Caro

LuckyMe! – Ja, das bin ich. Ein echter Glückspilz. Selbständig als Illustratorin und Grafikerin arbeiten zu können  ist ein großes Glück für mich.
Aber auch über die Arbeit hinaus scheint für mich gerade die Sonne. Das ist nicht immer so und man weiß auch nie was einem das Leben noch beschert, aber in dem Moment, in dem das Glück vor einem liegt sollte man versuchen es auch wahrzunehmen. Erst recht, wenn der Himmel wieder einmal zuzieht.

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.“ Wilhelm Busch

Die kleinen und großen Glücksmomente versuchen einzufangen und möglichst keinen übersehen, das ist ein Grund warum ich dieses Blog schreibe.

Caro – Das bin ich. Katzenmama und ein leidenschaftlicher Stubenhocker. Mit Mann und Katze lebe und arbeite ich in meinem wunderschönen Münchner Reihenhaus. 1 1/2 Jahre hab ich mit der weltbesten Familie mein Schneckenhaus ausgebaut und renoviert. Ich liebe jede Macke daran und Manches wird wohl niemals fertig werden.

In erster Linie dreht sich im Schneckenhaus alles um Pepper, sie ist Katze wie sie im Buche steht. Hat ihren eigenen Kopf und 24 Stunden am Tag schrecklichen Hunger. Gelegentlich kommt auch noch Chili zu mir in die Katzentagesstätte, die Katze meiner Eltern. Sie ist so ziemlich das Gegenteil von Pepper. Ein bisschen sind sie wie Dick & Doof. In jedem Fall liebenswert.

Am liebsten bin ich kreativ und die meiste Kreativität stecke ich in meinen Job. Es ist Fluch und Segen zugleich, wenn man sein Hobby zum Beruf macht. Oft bleibt nach der Arbeit wenig Zeit und Muse für eigene Ideen. Hier berichte ich über beides Auftragsarbeiten und Eigenes.

Ich hatte überlegt Sport zu einem weiteren Thema in meinem Blog zu machen. Nicht weil ich so sportlich bin, sondern eher um mich selbst unter Druck zu setzen, aber ich denke ich lasse das lieber und poste stattdessen öfter mal ein Rezept ;o)

 

 

Hier gibt es noch einen kleinen Einblick in meine Arbeitswelt:

Die Autorin und Bloggerin Jessi Swiecik hat mich für Ihren Blog interviewt.

1_caro Hallo Caro, erzähl doch gleich zu Beginn mal etwas über dich!

Hallo Jessi, vielen Dank für die Einladung zum Interview auf deinem Blog!
Ich arbeite nun schon seit 2006 als selbständige Illustratorin und Grafikerin in München. Für mich ein absoluter Traumjob, der aber natürlich auch mal mehr und mal weniger Spaß macht. Es kommt eben auf die jeweiligen Projekte an. Ein Vorteil in meinem Beruf ist, dass ich von Zuhause aus arbeiten kann. Ich habe mir ein gemütliches kleines Büro eingerichtet, dass nicht zu sehr nach Arbeit aussieht, in dem ich mich richtig wohlfühlen kann. Manchmal arbeite ich aber auch am großen Wohnzimmertisch, oder sogar im Garten. Meine Katzen Pepper und Chili hab ich dadurch den ganzen Tag um mich, das ist großartig.

1_pepper_u_chili

Leider bin ich generell ein Stubenhocker und mein Mann hat es manchmal schwer mich aus meinem Schneckenhaus zu bekommen. Einmal im Englischen Garten oder der Münchner Innenstadt angekommen bin ich dann aber doch immer wieder überrascht wie schön es auch woanders sein kann.

Hast du schon immer gerne gemalt? Erinnerst du dich vielleicht noch an dein allererstes Bild?

Ich male eigentlich seit ich denken kann. Ich glaube ich konnte den Stift halten bevor ich sprechen und laufen konnte. An mein allererste Bild kann ich mich nicht mehr erinnern. Das war damals vermutlich noch ein sehr abstraktes „Kunstwerk“ ;o) Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich statt einem Blatt Papier ein Pixibuch vollgekritzelt habe.

Wann hast du den Entschluss gefasst, diese Leidenschaft zu deinem Beruf zu machen?

Lange Zeit dachte ich, ich würde mal Kunstgeschichte studieren. In der Abiturzeit habe ich mich dann erst wirklich mit den Möglichkeiten beschäftigt und festgestellt, dass Kunstgeschichte gar nichts für mich ist. Die Theorie hat mich schon im Leistungskurs Kunst nie so richtig gefesselt. Ich wollte lieber selbst kreativ werden. Ein Künstler der sich auf Leinwänden austobt war ich aber auch nie. Ich habe schon immer am liebsten eigene Figuren erfunden, oder kleinere Auftragsarbeiten erledigt. Ein Logo hier, ein Plakat da… Und dann habe ich Grafik Design für mich entdeckt. Direkt nach dem Abitur habe ich eine dreijährige Ausbildung zur Kommunikationsdesignerin absolviert. Wann immer es möglich war habe ich dabei die Illustration einfließen lassen. Mein Diplomarbeitsthema war Characterdesign. Die Website dazu kann man immer noch besuchen. Für mich ist das heute schon ein Stück Nostalgie :o) www.caroniax.com

Was sagt deine Familie zu deinen Zeichnungen?

Meine Familie kennt mich von klein auf nur mit Malkoffer. Beim Fernsehen, in der Pizzeria, im Urlaub… ich hatte immer mein Malzeug dabei. Da ist es mit der Zeit gar nicht mehr so leicht mit einer Zeichnung Lob einzuheimsen. Erst mit dem Studium und den neuen Möglichkeiten der Computerprogramme konnte ich mich nach und nach verbessern und auch meine Familie wieder mit neuen Stilen und Zeichnungen überraschen. Heute ist es so, dass ich je nach Projekt und Herausforderung hin und wieder etwas Besonderes aufs Papier bringe und stolz meiner Familie präsentiere. Am Besten fühlt es sich an, wenn man ein fertiges Produkt wie das Buch von Yvonne Struck in den Händen halten kann.

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Du hast ja das Buch „Meine Mutter, Jungs und der ganze andere Mist“ von Yvonne Struck illustriert. Wie kam es dazu? Kennst du die Autorin privat?

Der Baumhaus Verlag (Bastei Lübbe) kam mit der Anfrage auf mich zu und ich war sofort hellauf begeistert. Die kleine Inhaltsangabe zum Buch hat mich sofort in meine eigene Teeniezeit zurückversetzt. Genau wie Marie habe auch ich in der Schule meine Hefte vollgekritzelt. Als ich gelesen habe, dass Marie einen grinsenden Penis zeichnet, musste ich richtig lachen. Ich selbst hab damals während einer AIDS-Beratungsstunde in der Schule lachende Kondome und Spermien gezeichnet und diese wenig später bei einem Comic-Wettbewerb eingereicht. Ich hatte die ersten Illustrationen für das Buch sofort im Kopf. Yvonne Struck hat die Geschichte von Marie so unwahrscheinlich lustig geschrieben, dass ich am Ende einige Zeichnungen mehr hatte, als ursprünglich geplant waren. Der Verlag hat alle abgedruckt, was mich riesig gefreut hat, denn das Schlimmste in meinem Job ist wohl die Schublade mit den unveröffentlichten Zeichnungen, die nie einer sieht.

Als ich später auf meinem Blog über das Buch berichten wollte, hab ich Kontakt zur Autorin Yvonne Struck aufgenommen. Persönlich hab ich sie leider noch nicht getroffen, aber wir schreiben hin und wieder. Sie ist eine liebenswerte Person und eine sehr talentierte Autorin. Kein Wunder, dass ihr erstes Jugendbuch bei amazon 5 Sternchen hat. Vielleicht klappt es irgendwann mal, dass wir uns auf einen Kaffee treffen :o)

In dem Buch gibt es ja vor allem sehr witzige Zeichnungen von dir. Malst du ausschließlich im humoristischen Bereich?

Nein, es kommen auch andere Themen auf den Tisch. Im letzten Jahr durfte ich für eine Handtaschen-Kollektion Modezeichnungen erstellen, das war für mich ein völlig neuer Stil und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und auch technische Zeichnungen standen schon auf meiner ToDo-Liste.

Tatsächlich überwiegen aber die humoristischen Illustrationen.

Was war dein erster Job als Illustratorin?

Mein erster Illustrationsjob war eine Characterentwicklung für einen Onlineshop. Ich sollte einen sympathischen Roboter erfinden. Dabei entstand Pluxx, der als erster offizieller Auftrags-Character natürlich einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Die Entstehung haben wir damals auch dokumentiert. Mein damaliger Auftraggeber Joerg Genius hat die Fotos dazu gemacht.

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Pluxx haben wir dann sehr umfangreich in den verschiedensten Posen im Onlineshop integriert. Eine Zeitlang dufte er auch auf meinem damaligen Auto mitfahren.

7_pluxx

Du hast mir erzählt, dass du gerne ein eigenes Kinderbuch illustrieren würdest. Hast du schon eine Idee, wie dieses aussehen soll?

Ja, das stimmt. Zusammen mit meiner Schwester habe ich bereits ein Buch in Eigenproduktion fertiggestellt, es heißt „Emma – Die kleine Bettwanze“. Die Figur hatte ich einfach mal so an einem Abend skizziert und meine Schwester und ich beschlossen spontan ihr ein Buch auf den Leib zu schneidern. Meine Schwester hat die Geschichte geschrieben und ich habe sie bebildert. Meine Schwester hat in ihrer Referendariatszeit zur Grundschullehrerin die Geschichte von Emma sogar nutzen können und mit ihrer Klasse ein Theaterstück, ein Schattenspiel und ein Hörbuch dazu erarbeitet.

Auf der Frankfurter Buchmesse wollte ich Emma an den Verlag bringen, doch da wurde mir schnell klar wie groß die Konkurrenz ist und das ich für Emma nicht den richtigen Illustrationsstil gewählt hatte. Seit der Buchmesse sind einige Jahre vergangen und Emma spukt mir immer noch im Kopf herum. Ich bin sicher irgendwann hab ich die Muse. Dann werde ich Emma neu auflegen und komplett neu zeichnen. In einem typischeren Kinderbuchstil, mit vielen Strichen, nicht zu klar und computerlastig. Emma bekommt ihren Auftritt, wenn es an der Zeit ist.

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Welche Ziele hast du für die nächsten Jahre?

Mein Ziel ist es noch mehr zu illustrieren. Denn oft habe ich mehr Grafik- als Illustrationsjobs. Und natürlich wünsche ich mir noch mehr Veröffentlichungen. Durch eine Buchhandlung zu gehen und meine Illus zu entdecken ist ein tolles Gefühl.

Ein weiteres Ziel ist tiefer in die Bloggerwelt einzutauchen. Gerade erst habe ich meinen Blog neu aufgesetzt. Unter luckymecaro.de möchte ich u.a. sehr viel von meiner Arbeit berichten. Ich hoffe so irgendwann mehr Feedback zu meinen Projekten zu bekommen. Ausserdem finde ich es schön auf diesem Weg neue Kontakte zu knüpfen. Denn wenn etwas in meinem Home-Office definitiv fehlt, dann sind das Kollegen.

Mein Blog ist eine schöne Ergänzung zu meiner Arbeit. Regelmäßig etwas zu posten und Leser zu finden ist allerdings gar nicht so einfach. Ich hoffe es gelingt mir mein Blog dauerhaft zu etablieren.

Danke liebe Jessi, dass Du mir hier die Gelegenheit gegeben hast von mir und meiner Arbeit zu erzählen.